Der Heilige Stephanus

Was wir aus der Apostelgeschichte über ihn wissen

Der Hl. Stephanus, verstorben ca. 36 bis 40 nach Chr., war der erste christliche Märtyrer. Seine Familie gehörte zu den aus Griechenland stammenden Juden. Der Name Stephanus bedeutet Krone oder Kranz. Als Diakon wirkte er in Jerusalem als Armenpfleger und Evangelist. In der Apostelgeschichte steht über ihn: „Er ging umher Gutes tuend …“, „… redete mit Kraft und Vollmacht, erweckte die Herzen und erwirkte große Zeichen und Wundertaten im Volk“. Er kümmerte sich großzügig um Arme und Witwen und verkündete die Lehre Christi. So stieg die Schar seiner Anhänger unter den Juden in Jerusalem stark an.
Dies missfiel den hellenistischen Juden und sie behaupteten, Stephanus habe gesagt, dass Jesus von Nazareth den Tempel zerstören und jüdische Gebräuche verändern wolle. Der Hohepriester fragte: „Ist das so?“ Worauf Stephanus mit der längsten Rede
der Apostelgeschichte antwortete. Er beschämte die geschultesten Gesetzeslehrer,
indem er ihnen ihre Halsstarrigkeit vorhielt und dass sie die Gnadenwege Gottes nicht erkannten. Er identifizierte Christi_Himmelfahrt_2013_02Jesus mit dem verheißenen Menschensohn und verärgerte dadurch seine Ankläger. Nach seiner Verteidigungsrede sah er auf und rief: „Ich sehe den Himmel offen und Jesus zu seiner Rechten stehen!“ Die erbosten Gelehrten zerrten ihn vor die Stadt und steinigten ihn. Sterbend rief er noch: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Unter den Gelehrten, die Stephanus steinigen ließen, war auch ein Mann namens Saulus. Es war dies der Beginn der Christenverfolgungen. Aus diesem Saulus wurde nach seiner Bekehrung der Apostel Paulus.

Verehrung

Im Kalender ist Stephanus am 26.Dezember eingetragen. In unserer Pfarre wird der Gedenktag mit dem Pfarrfest jedoch am 3. August gefeiert. Dies ist der Tag, an dem im Jahre 415 durch den Priester Luzian die Gebeine des Hl. Stephanus in Jerusalem gefunden wurden.
Der Hl. Stephanus ist der Schutzheilige der Städte Bretta, Prato und Turin sowie der Patron der Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Fassbinder, Pferdeknechte, Kutscher, Schneider und Weber. Er wird angerufen bei Steinleiden, Kopfschmerzen und in der Todesstunde.
Bei uns wurde die Verehrung des heiligen Stephanus ausgehend von St. Stefan in Passau um 1000 verbreitet. Insbesondere waren es Adelige, die in dieser Zeit “Eigenpfarren” errichteten und die “Eigenkirchen” dem Heiligen Stefan weihten (u.a. Wien, Kumberg, …), so dass sich in Österreich sehr viele Kirchen und auch Orte befinden, die den Namen St. Stefan tragen. Auch die Gemeinde Gratkorn hieß bis ins beginnende 20. Jahrhundert St. Stefan (am Gradkorn).

Quellen:
E.H.C. Melches Das große Buch der Heiligen
Carlo Maria Martini Stephanus
Erhard Gorys Lexikon der Heiligen
Johannes Lenz Stephanus und Paulus
C.J. Brandtner Geschichte der Pfarre