Schöpfungsfreundliche Pfarre

VORWORT UND DANK
Die Diözese hat für die Pfarren –  als Unterstützung zur Umsetzung der Ökologie-Beschlüsse der Österreichischen Bischofskonferenz und der Vorordnung der Diözese “Leitlinien zur Nachhaltigkeit” das Handbuch “Pro Schöpfung – Handbuch für die schöpfungsfreundliche Pfarre” herausgegeben.
Mit dieser Seite wollen wir aus unserer Pfarre zeigen, was wir davon umgesetzt haben und damit Beispiel geben, dass es machbar ist, aber auch wie es machbar sein kann. Der Aufbau und die Abfolge auf dieser Seite folgt dem Aufbau des Handbuchs, das auch mit einem Vorwort beginnt. Die Überschriften sind jeweils eins zu eins übernommen.
Danke unserem Pfarrer und dem Umwelt-Team der Pfarre, sowie allen mitarbeitenden Angestellten und Ehrenamtlichen, für die Ermöglichung und Umsetzung dieser Vielzahl an Maßnahmen und den Beitrag den sie dafür geleistet haben.
Wir hoffen, dass unser Beispiel viele Nachahmer findet oder inspiriert.
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ÖKOLOGIE – BESCHLÜSSE DER ÖSTERREICHISCHEN BISCHOFSKONFERENZ VOM 11. NOVEMBER 2015

Nachhaltige Leitlinien – Die Pfarre hat sich selbst solche Leitlinien bereits 2010 gegeben. Diese stehen in Einklang mit den nun übergeordneten.

Energiewende – Die Pfarre hat die strategischen Ziele bereits erreicht und trägt sogar zur Senkung von CO2 bei.
Mehr lesen (Klima und Energie) ...                         

Ökosoziale Beschaffungsordnung – Die Pfarre hat sich 2015 eine ökosoziale Beschaffungsordnung (vermutlich die erste einer Pfarre in Österreich) gegeben. Diese entspricht den strategischen Zielen der Diözese und geht bei diesen durch Strategien zur Vermeidung von Einkauf darüber hinaus.
Mehr lesen (über die Beschaffungsordnung der Pfarre) …                                            

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SCHÖPFUNGSSPIRITUALITÄT ALS GRUNDLAGE UNSERES HANDELNS

Unser Pfarrer baut in das Hochgebet jedes mal den Satz  ein: “… und für alle Menschen, die sich einsetzen für Gerechtigkeit und Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung“.
Pflanzen- und Gartensegen (im Frühjahr beim Pflanzentausch), Geh- und Fahrzeugsegnung, Kräutersegen, Schöpfungszeit, Erntedank, Sonntag der Weltkirche, … . Es gibt viele Anlässe um für die Schöpfung zu beten, die in unserer Pfarre auch genutzt werden und worauf unserer Pfarrer wert legt. Oft unterstützen ihn Mitarbeiter*innen der Pfarre dabei.
Die Leitlinien, die wir uns mit EMAS gegeben haben, sind die spirituelle Grundlage für alle unsere Umweltaktivitäten.
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WIR KAUFEN MIT MEHRWERT EIN – GRUNDSÄTZLICHES ZUM
KIRCHLICHEN EINKAUF

Ähnliches enthält auch die Beschaffungsordnung der Pfarre.

In den Grundsätzen der Beschaffung stehen bei uns noch wichtige Schritte, die vor einem Einkauf erfolgen sollten. Das Bild rechts stellt dies von unten nach oben dar. Bei der Umsetzung ist hilfreich, dass wir einen Kostnixladen im Pfarrhaus haben.
Uns ist wichtig, dass der Wert der Dinge nicht mit Geld bemessen wird, sondern dass sie verwendet werden.  Alles ist letztendlich ein Geschenk von Gott, etwas was seiner Schöpfung entnommen wird, die wir hüten sollen. Wir nehmen dies um damit – oft durch Anwendung von Wissen und Erkenntnissen – um Bedürfnisse zu stillen, unser Leben angenehmer, reicher und erfüllter zumachen. Das gilt sowohl für eine Gurke als auch für ein hochtechnisches Gerät wie einen Computer.


1. UMWELTFREUNDLICHE BÜROMATERIALIEN

Dies ist auch in der Beschaffungsordnung verankert.
Mehr lesen (Bürobedarf) …                                                                          

Das Pfarrblatt ist nicht nur ein wichtiges Medium um für Schöpfungfreundlichkeit zu werben bzw. das diesbezügliche Engagement der Pfarre bekannter zu machen. Es ist selbst Vorbild da es von einer zertifizierten umweltfreundlichen Druckerei gedruckt wird. Der Wechsel zu dieser Drucker ist auch ein Erfolg des Umwelt-Teams und ist zudem billiger als die Herstellung zuvor. Dass das Pfarrblatt von ehrenamtlichen verteilt wird ist unter anderem auch ein Beitrag zum Umweltschutz.
Mehr lesen (Pfarrblatt) …                                                                                  

2. PFLANZEN: DIE „GRÜNKRAFT“ IN PFARRBÜRO UND KIRCHE

Dieses Bild findet sich auch im Handbuch der Diözese. Der Text dort über Gratkorn gilt immer noch. Der Schmuck mit dem Sonnenblumen ist ein Klassiker und in der Schöpfungszeit ist die Kirche jedes Jahr so geschmückt.
Sind es in der Kirche zumeist Schnittblumen, so sind es beim weiteren Blumenschmuck Töpfe, Kisterln, oder ein- und mehrjährige Pflanzen die in Beeten ausgepflanzt werden. Auch hier haben wir uns einiges für Schöpfungsfreundlichkeit einfallen lassen.
Mehr lesen (Nachhaltiger Blumenschmuck) …                                      

Die Leitlinien der Nachhaltigkeit fordern aber auch naturnahe Bewirtschaftung ein. Daher gibt es um unsere Pfarrkirche noch weitere Pflanzenprojekte.
Das Leitprojekt für Artenvielfalt nennt sich Gratkorns Garten Eden (von völlig unbearbeitet bis Steingarten), eine Wildblumenblühfläche und eine Hangwiese als Pferdeweide.
Mehr lesen (Gratkorns Garten Eden) …                                                                  

Angelehnt an die Allmende (gemeinschaftliches Gut) hat die Organisation Flexible Hilfe, die für Veranstaltungen den Jugendraum regelmässig nutzt auf der Wiese, die an die Dr. Karl-Rennerstraße grenzt (nicht unweit des Kostnixladens) eine Hochbeet, eine Kräuterspirale und weitere Bereiche für gemeinschaftliches Gärtnern angelegt. Sinn und Zweck sind sowohl ein niederschwelliges Angebot für soziale Kontakte und in der Folge für Sozialarbeit zu schaffen, als auch Wissen übers Gärtnern zu vermitteln.

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3. MÖBEL – ÖKOLOGISCH DURCHDACHT

“Erste Wahl aus zweiter Hand” trifft es in unserer Pfarre recht gut. Es ist dem Geschick zweier Mitarbeiter des Umwelt-Teams zu verdanken, dass fast alle unsere Möbel bei uns hier ein zweites “Leben” bekommen haben. Passende woanders nicht mehr gebrauchte Möbel werden “aufgespürt” und mit viel Bastelarbeit angepasst, eingefügt, renoviert und so ferne benötigt sogar neu tapeziert. In den letzten Jahren waren dies der Jugendraum und die Pfarrhausküche.
Alle anderen Möbel stammen noch aus der Zeit bevor es eine Beschaffungsordnung gab.

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4. ENERGIE

Bei Strom und Wärme Energie sparen und die Kosten massiv senken ist in unserer Pfarre seit 2008 kontinuierlich gelungen.  Ein Teil der Energie wird inzwischen auch selbst produziert wird. Die Pfarre hat die strategischen Ziele der Diözese bereits erreicht. In dieser Kategorie für Nachhaltigkeit haben wir wohl die meisten unserer Maßnahmen gesetzt. Daher finden sich die beispielgebenden Maßnahmen auch unter der Seite über diese Ziele der Diözese
Mehr lesen (Klima und Energie) ...         

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5. COMPUTER & CO.

Computer und Storage haben wir von Compuritas gekauft mit Wartungsvertrag. Der Bildschirm wurde im Kostnixladen gespendet. Multifunktionsdrucker und Fernsehgerät (im Pfarrsaal) wurden nach besten damaligen Energiestandard gekauft bzw. von Firmen, die nach damaligen Standard (Qualifikation damals durch: www.brandamark.de) bei der Nachhaltigkeit besser abgeschnitten haben.

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6. HANDY – NICHT MEHR WEGZUDENKEN?

Dies spielt in unserer Pfarre eine untergeordnete Rolle, da wir diesbezüglich keine Beschaffungen tätigen. Für unsere Angestellten werden die Standards und Gebrauchsinformatioen von der Diözese vorgegeben. Der Pfarrer verwendet noch immer eine “normales” Handy.

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7. PFARRFESTE UND ANDERE VERANSTALTUNGEN

Unser Pfarrfest und unser Veranstaltungen zählen zu den nachhaltigsten in der Diözese und wurden auch mehrfach ausgezeichnet. Die jüngste Auszeichnung erfolgte im Oktober 2021 durch “G’scheit feiern”.
Seit 2021 werden auch alle anderen größeren Veranstaltungen für die Lebensmittel eingekauft werden nicht nur nach den Kriterien von “G’scheit feiern” durchgeführt, sondern diesbezüglich auch offiziell als solche angemeldet.
Mehr lesen (Pfarrfest) …                                                                                      

Der Kostnixladen führt jährlich etliche Veranstaltungen durch, bei denen ausschließlich mit geretteten Lebensmittel bewirtet wird: Buffets für bis zu 150 Personen.
Die Pfarre verwendet auch Lebensmittel für Eigengebrauch, kleinere Veranstaltungen aber auch für das Pfarrfest aus dem Kostnixladen, insbesondere solche mit regionalem Ursprung, damit die “G’scheit feiern”-Kriterien erfüllt bleiben.

Für die Nutzung der Räumlichkeiten der Pfarre von andere Personen gibt es Benutzerinformationen, die auch die Umweltaspekte beinhalten.

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8. KINDER UND JUGENDLICHE

Leider gibt es bei uns nur die Ministrantengruppe. Mit ihren Umwelt-Aktivitäten haben sie Aufmerksamkeit erwirkt:

  • Nistkästenbau: Kinder haben Vogelnistkästen gebaut und diese wurden zusammen im Friedhof auf Bäumen befestigt
  • Papierumschläge statt Plastik für Hefte: Kinder haben für alle Schüler für den Schulanfang Heftumschläge aus Papier gebastelt als Alternative zu den Plastikhüllen
  • Müllsammelaktion: MinistrantInnen haben beim Steirischen Frühjahrsputz mitgemacht, da die Gemeinde bei dieser jährlichen Aktion nie mitgemacht hatte. Seitdem organisiert die Gemeinde jährlich die Müllsammelaktion selbst.

Im Zuge der Firmvorbereitung werden Schwerpunkte gesetzt um die Pfarraktivitäten für die Umwelt kennen zu lernen, insbesondere Kostnixladen und Weltkasten.
Zu Ostern– und Nikolaus gibt es vom Weltmarkt-Team immer Aktionen für Faire Schokolade. Der Pfarrer selbst belohnt in dieser Zeit die Ministranten mit Schokofiguren, aber auch, wenn er für andere Einsätze sich bedankt, macht er dies mit Schokoriegeln aus dem Weltkasten.
Bei der Nikolausaktion in der Kirche werden die Kinder mit selbstgebackenen Lebkuchen (regionales Mehl, Gewürze aus dem Weltkasten) beschenkt.
2019 kam der Nikolaus zu einigen Familien mit dem Fahrrad. Dies erwies sich zusätzlich praktischer und einfacher als Autofahrten.

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9. BIO-FAIRE VERPFLEGUNG

Die Pfarre ist bei der Besorgung von Lebensmittel gut mit regionalen Anbietern vernetzt. Regionalität und Kenntnis über die Bewirtschaftungsmethoden steht bei uns vor anonymen Bio-Einkauf. Etliche Einkäufe können bei uns auch vermieden werden, in dem das Kostnixladen-Team informiert wird, was die Pfarre brauchen könnte, oder die Pfarrwirtschafterin selbst im Kostnixladen vorbeischaut. Säfte für die Bewirtung sind von der Pfarrhaushälterin aus Ernten im Pfarrhof oder ihr zu Hause selbst hergestellt.
Kaffee und auch andere Waren werden von der Pfarre direkt aus dem hauseigenen Weltkasten gekauft, insbesonders Geschenke.

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10. TEXTILIEN

Bei Pfarrfesten oder anderen Anlässen, wie auch dem Weltmarkt gibt es immer wieder etwas zum Mit-Nach-Hause-Nehmen. Dafür gab es eine Zeitlang selbstgenähte Stofftaschen. Vor ein paar Jahren wurde auch als Werbeträger für die Pfarre in bester Bio- und FairTrade-Qualität bedruckte Baumwolltaschen angeschafft.
Altar- und Tischtücher sind wiederverwertete Tücher. Stoffservietten sind uns geschenkt worden.
Bei Liturgischen Gewändern gibt es Beziehungen zu klösterlichen Nähereien. Unser Wunsch nach nachhaltiger Produktion wird dort natürlich auch plaziert.

Der pfarrliche Kostnixladen sorgt dafür, dass viele weiter verwendbare Kleidung nicht weggeworfen wird und wieder einen Träger findet. Hier wird zu diesem Punkt ein enormer Beitrag geleistet.

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11. MOBILITÄT – SELBST MOBIL STATT AUTOMOBIL

Jährliche Fixpunkte sind Startaktion zu Autofasten, Geh- und Fahrzeugsegnung am Christopherus-Sonntag und autofreier Sonntag in der Mobilitäswoche. Zum Autofasten und autofreiem Sonntag gibt es Belohnungen für sanfte Mobilität, die vom Umwelt-Team verteilt werden.
Zum Bilden von Fahrgemeinschaften hat die Pfarre schon sehr lange einen Kleinbus, der auch vermietet wird. Wir haben uns bewusst entschieden diesen solange es geht weiter zu verwenden und erst dann durch eine E-Fahrzeug zu ersetzen, da wir diese Vorgangsweise für umweltfreundlicher halten.
Die Pfarre hat die ersten Fahrradständer in Gratkorn angeschafft, die den Förderkriterien des Landes entsprechen und für Einspurige Fahrzeuge die erste E-Ladestation in Gratkorn installiert.
Einmal im Jahr wird ein Fahrrad-Service gratis angeboten.
Das “wilde” Parken, wobei Fuß- und Radwege, aber auch die Zufahrten zum Pfarrhof blockiert wurden, wurde durch eine Nutzungsvereinbarung für den Kirchplatz mit der Gemeinde gelöst und diese hat eine Kurzparkzone eingerichtet und die Parkplätze und Wege entsprechend markiert.
Die Pfarre und das Seniorenheim (Pflegeheim und betreutes Wohnen) grenzen aneinander. Dennoch gab es zwischen Pfarrkirche und Seniorenheim keine direkte Verbindung. Der Fußweg betrug mehr als 300m. Wir haben die Kirchhofmauer durchbrochen und eine nur 30m langen Weg in die Kirche für die Senior*innen geschaffen.

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12. ABFALLVERMEIDUNG

Der Kostnixladen vermeidet allein bei den Lebensmittel im Jahr mehr als 4t Müll.
Die Pfarre selbst achtet schon beim Einkauf auf Müllvermeidung entsprechen der Beschaffungsordnung. Der Müll ist soweit reduziert, dass weit mehr als die Hälfte am Gesamtmüllaufkommen auf Grasschnitt fällt. Auch hier wird nun ein Plan entwickelt, welche Flächen, wie oft geschnitten werden müssen, wo gemulcht werden kann und welche als klassischen Blumenwiese umgestaltet werden können.
Andere Benutzer unserer Räumlichkeiten werden durch die Benutzungsordnug darauf hingewiesen.

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13. REINIGUNG

Wir werden von Hygieneartikelfirma, die sehr viele umweltfreundliche, zertifizierte Produkte führt beliefert. Darüber hinaus werden in allen Bereichen mit Putzmitteln sehr sparsam umgegangen und teilweise auch nur mit Wasser gereinigt, manchmal mit stark verdünntem Essig.

Alle anderen verwendeten Produkte haben mindestens das österreichische, deutsche oder EU-Umweltzeichen.Darüber hinaus achten wir auch darauf, dass kein Palmöl enthalten ist.

Wir achten auf die Verwendung von Nachfüllpackungen bzw. Rückgabe beim Hersteller, sowie auf Reduktion von Verpackung und Transportkosten: z.B. Klopapier.

Im weiterem Sinne gehört auch der Umgang mit Glatteis hierher. Statt Salz oder Split zu streuen rühren wir uns Sole an, die mit einem Sprühgerät verteilt wird.  Für die langen Friedhofswege haben wir dafür ein fahrbares Mähgerät adaptiert. Für den täglichen Betrieb rund um Kirche und Pfarrhof reicht allerdings ein Handsprühgerät. Dies ist sehr effektiv und sicher. Besonders mit dem Handgerät ist die Erfahrung, dass dies so schnell wirkt, dass die Glatteisbekämpfung selbst schon sicherer ist.

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14. FRIEDHOF ALS ORT DES LEBENS

Unsere Friedhofsordnung und Informationsblatt informieren über umweltfreundliche Grabgestaltung.
Die Wege werden im Winter mit einem Sole-Sprühgerät gegen Glatteis begehbar gemacht.
Im Eingangsbereich haben wir einen Automaten für Kerzen in wiederbefüllbaren Glasbehältern.

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15. KERZEN IN KIRCHEN UND AUF FRIEDHÖFEN

Auch mit diesem Thema beschäftigen wir uns in unserer Beschaffungsordnung. Unsere Lösungen teilen wir auch schon lang auf unserer Internetseite.
Besonders freut uns, dass wir mit der Osterkerze aus Bienenwachs seit 2006 (vermutlich) die erste Pfarre in der Steiermark sind, die dies kontinuierlich seither macht.
Bei der letzten Kirchenrenovierung wurde für Opferkerzen eine Kerzengrotte eingerichtet. Dadurch sehen wir, dass unsere Opferkerzen tatsächlich von solcher Qualität sind, dass es keine Rußablagerungen gibt.

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ANHANG