Kirche St. Stefan

Die Kirche St. Stefan ist vom Typus Kirche St. Stefanher eine steirische Landkirche, einschiffig mit hohem Turm. Sie besteht aus Bauelementen aus der Gotik, Barock und späterer Zeit. Kirche und Kirchhof stehen unter Denkmalschutz.

Funde (2017) belegen, dass die Kirche auf dem Fundament eines römisches Landhaus (villa rustica) errichtet wurde. Die Fundstücke befinden sich im Landesmuseum.

Die erste Kirche aus Stein auf diesen Fundament, wurde um 1000 errichtet, wie viele andere St. Stefan-Kirchen im gesamten Ostösterreich. Sichtbar von dieser romanischen Kirche ist die erhaltene Rundbogennische (oder Fenster) im Giebel der Westseite an der Außenseite (heute im 3. Geschoss des Turms). Der Kirchenweiler hieß Velgau und daher gelten auch die Velgauer, eine später ausgestorbene Adelsfamilie als Erbauer.

Der im 14. Jahrhundert hier zuständigen Adelsfamilie Montfort, wird der Umbau im Stile der Gotik zugeschrieben. Das Mauerwerk des Altarraum ist innen wie außen bis heute so erhalten (Kreuzrippengewölbe, Fenster). Der wuchtige Kirchturm wurde an die Westseite angebaut. Die Umrisse des spitzen hohen gotischen Daches sind an der Ostseite der Westmauer sichtbar (im Dachboden der heutigen Kirche). Diese Kirche wurde 1390 erstmals schriftlich erwähnt, St. Stefan als Ortsbezeichnung löst Velgau ab.

Die Pfarre wurde am Beginn des 17. Jhdt. eine „Stiftspfarre“ des Stiftes Rein. Einige Jahre später (Barock) erfolgte dann die Verbeiterung des Kirchenschiffes. Nur in die Südseite sind 3 Fenster mit Rundbogen eingebaut. Unter dem mittleren Fenster befindet sich ein Seiteneingang in die Kirche. Das gotische West-Tor der südlichen Sakristei war nicht ursprünglich dort, sondern wurde vermutlich bei diesen Umbau hierher übertragen.

Der Kirchturm wurde mehrfach im Aussehen verändert. Das gotische Mauerwerk des Turms reicht nur bis zur Glockenstube, darüber sind heute Ziegel verbaut. Ab hier wurden mehrfach umgebaut und umgestaltet Die Glockenstube mit 4 Glocken hat heute nach allen Seiten Doppelfenster mit Rundbögen. Ein achtseitiger Spitzhelm (Neugotik) wird von Wetterhahn und Kreuz abgeschlossen. An der Basis war der Turm mit Rundbögen nach allen 4 Richtungen offen. Die im 18 Jhdt. an den südlichen Bogen des Turms angelehnte Donatikapelle, war nur von außen begehbar. 1978 wurde dieser Zugang gedreht (Zugang durch den Turmbogen) und die einstige Kapelle als Teil der Kirche (Beichtraum, Kinderraum) umfunktioniert. Auch der nördliche Bogen war mit Totenkammerl und Außenaufstieg zur Orgel verbaut worden. Auch dieser Bogen wurde wieder geöffnet (2017) und der Aufgang zur Orgel ist nun durch diesen und eine Kerzengrotte wurde geschaffen.

Der Kirchhof wurde lange als Friedhof verwendet. Geblieben ist die barocken Kreuzigungsgruppe (Kreuz um 1720, Sandsteinfigur Mater dolorosa ca. 1740 von Matthias Leitner). Von den noch vorhandenen Grabsteinen sei besonders auf den von Martin Rinner an der Sakristei verwiesen, der beim schlimme Fährunglück 1875 einer der 99 Ertrunkenen war.

Der heutige Haupteingang in die Kirche ist eine mit Kupfer verkleidete Doppelflügeltüre (Seiteneingang ist gleich gestaltet), die in den westlichen Bogen des Turms eingebaut wurde. Durch die Doppelflügelglastüre im östlichen Bogen des Turmes, wo vor den Anbauten an den Turm der Haupteingang war, betritt man das Kirchenschiff.

Der Innenraum der Kirche besteht aus einem dreijochigem barockem Hauptschiff (Kreuzgratgewölbe) und dem zweijochigem gotische, Altarraum mit Fünfachtel-Schluss (Kreuzrippengewölbe). Im Altarraum gibt es jeweils Türen zu den Sakristeien und darüber breite Öffnungen zu den Oratorien (Raum über der Sakristei).

Zentral ist das Hochaltarbild des Heiligen Stefan (1678, Künstler nicht bekannt). Der Hochaltar selbst ist erst 1803 (Tischlerarbeiten, Leopold Neulinger, Gratwein) und die beiden Seitenaltäre sind kurz danach entstanden. Dennoch bildet das Bild mit den bemalten Holzdarstellungen eine Einheit: Stefan blickt während seiner Steinigung nach oben. Er wird gesteinigt, weil er gesagt hat: „Ich sehe den Himmel offen und Christus zur Rechten Gottes“ und nun betet er: „Rechne ihnen diese Sünde nicht an.“ Über dem Bild dann dazu passend die figürliche Darstellung des dreifaltigen Gottes auf eine Wolke.

Den zweiten Patron der Kirche, den Heiligen Donatus zeigt das rechte Seitenaltarbild, das linke zeigt die Verkündigung Mariens (beide 1809, in der Art des Matthias Schiffer). Donatus und Maria (diesmal als Schmerzensmutter mit sieben Schwertern) finden wir auch als Statuen auf Sockeln (in Art des Jakob Peyer kurz vor 1700) in der Mitte des Kirchenschiffes. Die Figuren an den drei Altären stellen Johannes den Täufer, Josef, Pankratius, Florian, Sebastian und Rochus dar. Auch der Taufstein (1700), der erst in jüngerer Vergangenheit in den Altarraum versetzt wurde, alle Fenster, darunter die beiden mit Darstellung von Petrus (links) und Paulus (rechts) von Ferdinand Koller (1905) und die Kreuzwegbilder von August Kraus (1909), zählen zur älteren Ausstattung der Kirche.

Hauptaltar und Ambo (Altar des Wortes) wurden 2003 vom Künstler Fred Höfler geschaffen aus Steinen und Glas. Der gespaltene Stein mit Glasplatte ist eine Umsetzung der Worte des Heiligen Stephanus: „Ich sehe den Himmel offen, …“, Symbol für Auferstehung und für die Eucharistie, die Himmel und Erde verbindet. Das Ambo ist ein gläsernes Stele, die im mittleren Teil mit „Murnockerln“ gefüllt ist. Dies ist zugleich Hinweis auf Stephanus und auf die Wirkung des Wort Gottes: „Das Evangelium formt nicht nur das Leben der Gläubigen, es braucht sie auch in ihrem Lebenszeugnis, um in der Welt wirkmächtig werden zu können.“ (Alois Kölbl, Sonntagsblatt 23.11.2003)

Quellen:
Diözesanarchiv
Ingo Mirsch: Ortschronik der Gemeinde Gratkorn
P. C.J. Brandtner: Geschichte der Pfarre
P.C.J. Brandtner – Pfarrblatt 1990-3

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Äußere Erscheinung

Kirche St. StefanUnsere Pfarrkirche besteht aus Bauelementen aus der Gotik, Renaissance und späterer Zeit und steht daher unter Denkmalschutz. Sie ist 32m lang.

Es ist sogar ein römisches Fundament auf dem die Kirche erbaut ist, wahrscheinlich. Bei den Renovierungsarbeiten 2017 gab es Funde, die auf eine römisches Landhaus (villa rustica) hinweisen.1)

Der ursprüngliche Bau einer ersten Kirche, vermutlich kurz nach 1000 errichtet, war so schmal wie das Presbyterium (Altarraum) und  schon so lange, wie die heutige Kirche. Sie war auch niedriger. Die Erbauer dürften aus einer spätere ausgestorbenen Adelfamilie der Velgauer sein, die diese als sogenannte Eigenkirche errichtet haben. Von diesem Bau aus der Romanik (bis 1250) ist nichts äußerlich erkennbar, allerdings zeigen Mauerlöcher im Bereich des Presbyteriums (jetzt unter dem Putz), wo die flache Holzdecke des romanischen Baus war und von der damaligen Westaußenmauer – jetzt die Zwischenwand zum Kirchturm – wird ein kleines Fenster der Romanik zugerechnet. Dies ist im 3. Turmgeschoß zu sehen. Das Fenster war Teil der dort noch erhaltenen romanischen Giebelmauer. Laut P. C. Brandtner ist hier sogar noch der alte Mörtel vorhanden.

Den im 14. Jahrhundert hier zuständigen Grundherren von Pfannberg der Adelsfamilie Montfort wird eine große Verehrung des Heiligen Stephan nachgesagt und diese dürften, den romanischen Kirchenbau im Stile der Gotik umgebaut haben. Die Kirche wurde höher mit Kreuzrippengewölbe, wie es im Altarraum noch erhalten ist, ausgestattet. Der wuchtige Kirchturm wurde an die Westseite angebaut.
Auch dürften damals die südliche und nördliche Sakristeien angebaut worden sein.
Die äußere Form des Presbyteriums (Altarraum) und der südlichen Sakristei sind bis heute so erhalten.

Im 17. Jhdt. wurden die Mauern der Kirchenschiffs um jeweils 1,8 m (nach damaligem Maß ein Klafter) nach außen versetzt. Teile des dabei abgerissen gotischen Hauptschiffes wurde bei den Renovierungsarbeiten 2017 gefunden, insbesondere Teile des Kreuzrippengewölbes. In die Südseite sind 3 Fenster mit Rundbogen eingebaut. Unter dem mittleren Fenster befindet sich ein Eingang in die Kirche.
Das gotische West-Tor der  südlichen Sakristei war nicht ursprünglich dort, sondern wurde vermutlich bei diesen Umbau hierher von woanders übertragen.

Der Turm wurde mehrfach im Aussehen verändert. Heute ist er süd- und nordseitig verbaut und auf seiner Westseite befindet sich der Haupteingang in die Kirche. Rundfenster bringen Licht in die Räume in den Geschossen. Die Glockenstube hat nach allen Seiten Doppelfenster mit Rundbögen. Ein achtseitiger Spitzhelm (Neugotik) wird von Wetterhahn und Kreuz abgeschlossen und war mehrfach zuvor seit der Gotik schon verändert worden.

Bei Renovierungsarbeiten (um 1978) an der Außenseite zum Kirchplatz wurden kleine Stellen von Bemalung (Freskofragmente) sichtbar. Auch der noch bis 2017 vorhandene Zeiger einer Sonnenuhr lässt vermuten, dass diese Kirche ursprünglich mit Darstellungen und Ornamenten außen verziert war. 1978 wurde die Außenkapelle gedreht und durch den ehemaligen südlichen Bogen des Kirchturm zugänglich gemacht. 2017 wurde dann auch der Aufgang in die Turmstube und Orgel durch den nördlichen Torbogen des Turm in die Kirche verlegt und somit die Optik der Westseite verändert. Nicht nur diese Tür, sondern auch die, des aufgelassenen Besenkammerls gibt es daher nicht mehr. Die beiden Kirchentüren (West- und Südseite) erhielten bei dieser Renovierung ihr heutiges Aussehen.
Statt einheitlichem gelb wurden bei der letzten Renovierung, die gotischen Elemente betont. Die Westtüre wurde barrierefrei gemacht und mit Regendach versehen.

Es finden sich an der Kirchenmauer noch ins Mauerwerk eingelassene Grabsteine. Kreuz und Mater dolorosa-Statue sind ebenfalls Zeugen für den ehemaligen Friedhof rund um die Kirche wie die teilweise noch vorhandene Einfriedungsmauer. Die Lücke zum Pfarrhaus hin, war durch Abriss des Messnerhauses entstanden. In der Friedhofsmauer findet man weitere Grabsteine – allesamt aus dem 19. Jahrhundert. Der Friedhof wurde 1885 an seinen heutigen Platz verlegt (erste Begräbnis am neuen Friedhof war am 16.7.1885). Im Zuge der letzten Renovierung wurde mit einem Torbogen dieser Kirchhof auch zum Altenwohnheim hin geöffnet. Dadurch wurden auch die weiteren Flächen, die zum pfarrlichen Betrieb gehören besser nutzbar gemacht. Gleich hinter diesem Torbogen findet sich die Festwiese mit entsprechender Infrastruktur.

 

Drei Mal am Tag (um 7, um 12 und 19 Uhr) läutet eine Glocke und erinnert an das Gebet.

Rundgang in der Kirche

Presbyterium

Innen ist die Kirche 26m lang. Die Pfarrkirche weist auch innen verschiedene Stilrichtungen auf.
Der gesamte Marmorboden wurde 1977 aus der „Alten Sakristei“ des Stiftes
Rein nach St. Stefan übertragen.

Presbyterium (im allgemeinen Sprachgebrauch “Altarraum”)
Der Presbyterium ist zweijochig gotisch, das Westjoch hat ein gotisches Kreuzrippengewölbe aus dem 14. Jhdt, der runde Schlussstein zeigt ein Blattornament. Das Ostjoch ist mit einer Ringtonne versehen der Chorschluss innen gerundet, der Fronbogen ist rundbogig und leicht eingezogen. Das Fronbogenkreuz stammt aus dem 17. Jahrhundert. – Eine andere Quelle beschreibt das so: “… ein Joch mit gotischem Kreuzrippengewölbe und einem Fünfachtel-Schluß, wobei aber das Gewölbe des Abschlusses aus der Renaissance ist.”
Rechts und links neben dem Altar sind jeweils 2 Fenster mit Rundbogen. Die Stifter dieser Fenster sind namentlich am unteren Rand genannt. Auf den inneren Fensterscheiben ist links der Hl. Apostel Petrus (mit erhobener Hand) und rechts der Hl. Paulus (mit Schwert) zu sehen. Es folgt auf jeder Seite ein weiteres Fenster aus der gleichen Zeit mit farbigen Glasornamenten. Die Kirchenfenster erhielten im Barock ihre Form, die Fensterbilder und -ornamente wurden im Jahre 1905 von Ferdinand Koller angefertigt.
Das Gebeinhaus unter dem Altarraum wurde 1905 vermauert.

Der Hochaltar entstand 1803 (Tischlerarbeiten von Leopold Neulinger zu Gratwein), das Altarbild – „der Hl. Stephanus“ – stammt aus dem Jahre 1678 (Künstler nicht bekannt). Es zeigt die Steinigung, wie Stephanus nach Christi_Himmelfahrt_2013_02oben blickt. Auf diesem Bild selbst sind Engel, die den Märtyrerkranz halten. Die heilige Dreifaltigkeit über Stephanus ist in unserer Kirche also nicht auf dem Bild, sondern über dem Altarbild. Eine Komposition, die öfter an zu treffen ist, wo im “Himmel” über dem Altarbild bereits auf den Sterbenden gewartet wird. Der Bezug auf das Wort von Stephanus “Ich sehe den Himmel offen und …” liegt nahe, aber Stephanus hatte dies zuvor gesagt, bevor er – so in der Apostelgeschichte – nach dieser Aussage vor die Stadt zur Steinigung gebracht wurde. Dort sagt er: “Herr rechne ihnen diese Sünde nicht an.”
Beim Hochaltar selbst ist der Tisch gemauert und mit Holz verkleidet. Der Tabernakel darauf hat zwei Nischen, die untere für den Hostienkelch, die obere für die Monstranz. Seitlich wird der Tabernakel-Aufbau mit Säulen erweitert und knienden Engeln. Auf der Oberrseite flankiert von zwei lichttragenden Engeln ist eine stilisierte golden Wolke in die je nach Zeit im Jahresfestkreis das Jesuskind, der auferstanden Heiland, der Heilige Geist und das Lamm Gottes mit dem Buch mit den sieben Siegeln gestellt wird.
Links neben dem Hochaltar steht eine Statue des Hl. Pankratius, des 3. Pfarrpatrons, rechts die Statue des beliebten Volksheiligen Florian.
Der Taufstein (um 1700) steht (seit 2008) links neben dem Hochaltar.
Darüber brennt in einer Ampel das Ewige Licht.
2003 schuf Fred Höfler Volksaltar und Ambo als neuesten Kunstwerke. Sie weisen sowohl auf den heiligen Stephanus, auf die gemeinsame Feier von Wort und Eucharistie, als auch auch die Auferstehung und Befreiung hin.

Rechts und Links davon befinden sich die Türen in die Sakristeien. Deren Obergeschosse (Oratorien) sind zur Kirche hin offen. Die Obergeschosse sind nur über die Untergeschosse erreichbar. Die alte Sakristei (rechts, südlich) mit dem Kreuzrippengewölbe hat auch ein gotisches Westportal. Die neue Sakristei wurde um 1900 auf die heutigen Ausmaße vergrößert. Beide verfügen über ein Obergeschoss. Der Aufgang in der südlichen Sakristei war seinerzeit auch der Zugang zur Kanzel. Im Obergeschoss der neuen Sakristei sind die Solarthermik-Wärmespeicher.

Kirchenschiff

Das Kirchenschiff entstand durch Hinaussetzung der Außenmauern 1650 und ist dreijochig mit einem Kreuzgratgewölbe. Die Hängeleuchter aus Glas stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die beiden Seitenaltäre stammen aus dem Jahre 1809.
Maria wird in unserer Kirche besonders verehrt. Der linke Seitenaltar ist der Marienaltar mit Verkündigungsszene im Altarbild  (in der Art des Matthias Schiffer)  und mit den Statuen des Johannes des Täufers links und  des Heiligen Josef rechts.  In der Altarkrone ist das Maria-Monogramm. Zu dieser Seite (volkstümlich auch “Frauenseite” genannt) gehört auch die “Pieta”-Statue (18. Jahrhundert) in der Hälfte des Kirchenschiffes auf einem Sockel.
Die rechte Seite ist dem 2. Pfarrpatron, dem Hl. Donatus, gewidmet und daher ist er am Altarbild (1809) des Seitenaltars zu sehen und als Statue (in Art des Jakob Peyer kurz vor 1700) auf einem Sockel in der Hälfte des Kirchenschiffes. Links neben dem Altar befindet sich eine Statue des Hl. Sebastian und rechts des Hl. Rochus. In der Altarkrone ist das Christus-Monogramm. Der Tabernakel des Altars dient in der Fastenzeit als sogannter “Kerkertabernakel”. Wenn sich das Allerheiligste dort befindet steht auch das ewige Licht dort. Auf einem Pult liegt das Evangeliar. Es wird dort jeden Sonntag nach dem Evangelium mit dem aktuellen Sonntagsevangelium aufgelegt. Die Kanzel wurde entfernt und war neben der Statue des Hl. Sebastian.
An der Mitte der Südseite befindet sich eine Seitenausgang der Kirche. Es gibt im Kirchenschiff an der Südseite drei Fenster. Das mittlere ist direkt über dem Seitenausgang.
Die Empore, eingebaut ins letzte Joch, besteht aus einem Kreuzgratgewölbe auf zwei Rundsäulen mit vorgezogener, geschwungener Holzbrüstung.
Die Orgel wurde 1887von Carl Billich errichtet, Generalsanierung 1999 (Firma Walcker-Mayer).
Bei der Renovierung 1976/77 wurde die jetzigen Kirchenbänke aufgestellt. Die damalige Unterbankheizung wurde später durch eine moderne elektrische Aufbankheizung ersetzt. Diese Renovierung sollte eine dauerhafte Sanierung der Außenwände, insbesondere der Nordwand bringen. Die wesentliche Verbesserung durch eine thermische Wandheizung (u.a. mit Solarthermik beheizt) war nicht ausreichend, so dass dies auch bei den Arbeiten 2016-2018 nochmals von der Außenseite saniert werden musste.
An den Wänden hängen  Kreuzwegbilder (1909) von August Kraus.

Kirchturm

Unter dem Turm befinden sich nach allen 4 Richtungen Torbögen. Der östliche Bogen ist mit einer Glastüre versehen und macht aus diesem Bereich einen Vorraum zur Kirche. Tatsächlich dürfte statt dieser Glastüre hier lange Zeit die Außentüre der Kirche gewesen sein.
Auch der Torbogen nach Süden ist mit einer Glastür versehen und führt somit in einen Nebenraum, der ursprünglich eine an die Kirche angebaute Kapelle war. Dieser Raum wird von Familien mit Kleinkinder beim Gottesdienst genutzt und  für kindergerechte Wortgottesfeiern als Teil des Gemeindegottesdienst genutzt. Das Tor dieser Kapelle ist heute ein Fenster. In der Wölbung befindet sich ein Glasfenster, dass die 5 Katastralgemeinden von Gratkorn darstellt (von Adolf Osterider). Der untere Teil des Fenster ist als Milchglas und wird von Kindern entsprechend mit durchscheinenden oder Schatten-Bildern gestaltet. Dort befindet sich u.a. auch der Beichtstuhl (aus dem Beichstuhllager der Diözese 2008 geholt und hier aufgestellt). Mit der in den Torbogen eingebauten Glastüre ist hier ein eigener Raum entstanden.
Der nördliche Torbogen führt zur Kerzengrotte (rechts) und zur Treppe in die Turmstube.
Auf dem Weg zur Turmstube ist in einem ehemaligen “Besenkammerl” ein altes Glockenjoch ausgestellt. Von der Turmstube führt eine steile Treppe in den Kirchturm weiter. Die Löcher für die Schnürre mit denen die Glocken einst geläutet wurden kann man noch sehen. Solche Löcher waren auch im Boden der Stube. Die Türe führt auf die Empore.

Einen “Stock” höher (Uhrwerkboden) sieht man ein kleines romanisches Fenster (Zeugnis, dass der erste Bau der Kirche vor der Gotik war) in Richtung Osten. Ein Tür führt in den Kirchendachboden. Das alte Gemäuer wurde barockisiert. Die Lichtöffnungen Richtung Westen sind rund.
Noch höher oben in der Glockenstube sind je zwei rundbögige Fenster in alle Himmelsrichtungen. Dort befinden sich die 4 Glocken, die elektronisch gesteuert werden.

 

Quellen:
P. C.J. Brandtner: Geschichte der Pfarre
P.C.J. Brandtner – Pfarrblatt 1990-3

1) GIS des Landes Steiermark führt das Areal um die Kirche als archäologische Zone und bezeichet dort eine “Villa Rustica” ein Römische Landhaus.

Kamera-Rundblick

Kirchenrenovierung

Der äußere Zustand der Gratkorner Kirche gab lange Zeit Anlass zur Sorge. Der Putz bröckelte, Bereiche des Fundamentes waren stark durchfeuchtet – es bestand Handlungsbedarf. Eine umfassende Sanierung wurde ins Auge gefasst und von 2017 bis 2019 in Etappen umgesetzt. Die Kirche erstrahlt nun innen und außen wieder!

Wenn Sie die Kirchenrenovierung finanziell unterstützen möchten, dann bitten wir,
dass Sie Ihre Spende auf das Konto AT16 3811 1000 0300 0296 einzahlen und beim
Verwendungszweck „Kirchenrenovierung“ eintragen.
Herzlichen Dank, Vergelt’s Gott für Ihre Unterstützung!