Gratkorns Garten Eden

Gratkorns Garten Eden

2017 wurde bei der Außenrenovierung der Kirche viel Erdreich abgetragen und über der hangseitigen Kirchhofmauer angeschüttet. Diese Anschüttung wurde dann zu einer ebenen Fläche planiert, die südseitig knapp unter der Oberkante der Kirchhofmauer beginnt und nordseitig vom Hang begrenzt wird. Es dauerte nicht lange und verschiedenste Pflanzen besiedelten diese neue Fläche. Es tauchte die Frage auf, was dort in Hinkunft geschehen soll. Die Idee, einen Wildbereich zum Kräuterernten und einen öffentlichen Gemeinschaftsgarten anzulegen,  entstand. Im Herbst 2018 wurde dann tatsächlich damit begonnen. Die Motivation dahinter:
Gott lässt wachsen und gedeihen, wie im Garten Eden. Den Menschen setzt Gott darin als Hüter ein und er soll den Menschen nähren. Die Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen beginnt in einem Garten.

Es wurden 3 Zonen definiert, die Fläche in etwa gedrittelt: Unbebaute Fläche, Wiese, Garten. Zusätzliche Elemente sind Wege am Rand dieser Flächen, ein Grasschnitthaufen, ein Totholzhaufen, ein Holunderbusch, eine Hecke, Steingarten.

Unbebaute Fläche

„… die Natur als ein prächtiges Buch zu erkennen, in dem Gott zu uns spricht und einen Abglanz seiner Schönheit und Güte aufscheinen lässt …. Deshalb forderte Franziskus, im Konvent immer einen Teil des Gartens unbebaut zu lassen, damit dort die wilden Kräuter wüchsen und die, welche sie bewunderten, ihren Blick zu Gott, dem Schöpfer solcher Schönheit erheben könnten.“  aus der Enzyklika Laudato si’ 12.

Obiges Zitat aus der Enzyklika hat uns ermutigt, in Gratkorn auch einen solchen “Teil des Gartens” einzurichten.
Der Bereich wurde nur beobachtet. Trotz Dominanz von Brennnesseln und der Kanadischen Goldrute (in den letzten 2 Jahren 2021 und 2020) findet sich hier eine wachsende Vielzahl an verschiedenen weiteren Kräutern und Wildblumen. Hier dürften auch die meisten Tiere leben und werden seltenere Schmetterlinge beobachtet. Die anderen Jahre zuvor waren andere Pflanzen dominant: 2017 die  Mauretanische Malve, Schmetterlingsflieder; 2018 die Winde, Nachtkerze, Kompasslattich; 2019 das Berufkraut, Melde, Königskerze.

Wiese

Dieser Abschnitt wird zweimal im Jahr gemäht (Sense) und der Schnitt wird ein paar Tage später auf den Schnittgrashaufen hinzugefügt. Sonst sollte nicht eingegriffen werden. Das Ziel war eine Wiese, wie sie früher üblich war, mit einer Vielzahl an Wiesenblumen. Derzeit ist das (noch) nicht gelungen. Offensichtlich ist der Boden (darauf deutet auch der Bewuchs obiger Fläche hin) wesentlich reicher an Stickstoff als vermutet. Die Jahre zuvor hatte das Mähen, hier die Brennnessel, gegenüber anderen Pflanzen, stark begünstigt und die Fläche war ein Brennnesselfeld. 2021 wuchs auf einmal eine dichte Gräserwiese, wo außer Gräsern kaum etwas anderes vorkommt. Das Projekt wird weitergeführt.

Garten

Hier ist die Gestaltung und was passiert völlig offen und von der jeweiligen Jahresgruppe, die dies betreut, abhängig. Vorgesehen ist der Anbau bzw. die Förderung von Beerenobst, Kräutern und Wildgemüse. Aber auch naturnaher Gemüseanbau (falls sich wer findet) ist denkbar. Hier können Beete und Kräuterecken angelegt werden.
Die restliche Fläche wird nach Bedarf öfter gemäht und eignet sich aufgrund des schönen Ausblicks nach Straßengel auch für kleinere Zusammenkünfte, wie Kräuterkurse.

Wege

Diese sind notwendig, damit der Garten genutzt und beobachtet werden kann. Die Wege selbst sind nicht versiegelt und dadurch erkennbar, dass dort öfter gemäht wird. Sie sind so betrachtet ein weiterer Lebensraum für Lebewesen, die darauf spezialisiert sind.
Um die unbebaute Fläche und die Wiese führt der Weg außen herum und sollte auch nicht verlassen werden.

Grasschnitthaufen

Im Gegensatz zu einem Rasenmäher-Grünschnitt verrottet das lang geschnittene und abgelegene Gras nicht mit lästiger Geruchsentwicklung. Der Haufen ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere. Aufgefallen sind hier besonders Hummeln, die ihre Nester dort bauen. Am Boden bildet sich feine fruchtbare Erde, die wiederum für den Abschnitt Garten genutzt wird.

Totholzhaufen

Verholzte Pflanzen und Strauchschnitt werden hier zusammengetragen und bilden einen weiteren Lebensraum.

Hollerbusch

Der Busch ist die optische Grenze der Bereiche – unbebaute Fläche und Wiese. Dieser ist der gerettete Rest eines Hollerbusches, der entfernt werden musste, da er die Kirchhofmauer gefährdet hatte.

Hecke

Ist noch im Entstehen. Ein paar Himbeeren wachsen schon. Die Hecke soll als Grenze nach Westen hin den Eingangsbereich zu Gratkorns Garten Eden bilden und für Tiere und Menschen “Futter” zum Naschen bieten.

Steingarten

Er begrenzt Gratkorns Garten Eden, wo die Kirchhofmauer Richtung Süden dreht.
Er ist ausschließlich aus Steinen aus dem Kirchhof und dieser Fläche errichtet. Hier wachsen Steingartenpflanzen und Pflanzen, die lange Trockenheit überstehen können.

————————-

Gratkorns Garten Eden ist ein “Erfahrungsraum” zum Erleben der Schöpfung in unserer Pfarre. Eine eigene Gruppe betreut dies.

Neben dem gemeinsamen Gärtnern darf der Garten jederzeit von jeder und jedem besucht werden. Eingriffe und Veränderungen (u.a. Ausreißen von “Unkraut”, Mähen) sind der Betreuergruppe vorbehalten.

Er ist auch ein Beitrag der Pfarre zum Projekt der Gemeinde “Gratkorn essbar”. Jede und jeder darf hier für den eigenen Bedarf ernten oder einfach nur naschen. Aber ACHTUNG: Nicht alles ist genießbar, manches ist giftig. Manchmal gibt die Gruppe eine Info, wenn etwas geerntet werden darf – hier auf dieser Seite und mit Tafeln im Garten selbst.

 

Geerntet werden kann derzeit (Stand Oktober 2021): Zitronenmelisse, Rucola, Brennnesseln, Kräuter; Entnahme von Samen für Nachzüchtung im eigen Garten erlaubt.

Altes:

Geerntet wurden:
Blüten der Königskerze, Nachtkerze, Schafgarbe, Malve, Roter Klee, Kanadische Goldrute
Kräuter: Brennessel – Blätter und Samen;  Melde (Gänsefuß) – Blätter und Körner; Spitzwegerich, Gundermann, Vogelmiere, Taubnessel
Fotos vom August 2020:

Neben dem Nachhaltigkeitsziel 15, gibt es hier auch folgende Ziele: