Kirche St. Stefan

Äußere Erscheinung

Kirche St. StefanVom möglicherweise römischen Fundament auf dem die Kirche erbaut ist, ist heute nichts mehr zu sehen.
Der ursprüngliche Bau einer ersten Kirche, vermutlich kurz nach 1000 errichtet, war so schmal wie der Altarraum und wahrscheinlich schon so lange, wie die heutige Kirche. Im 17. Jhdt. wurden die Mauern der Kirchenschiffe um jeweils 1,8 m (nach damaligem Maß ein Klafter) nach außen versetzt. Der Turm wurde vermutlich auch mehrfach im Aussehen verändert, Anfang des 20. Jahrhundert wurde er mit einem achtseitigen Spitzhelm versehen.
Bei Renovierungsarbeiten an der Außenseite zum Kirchplatz wurden kleine Stellen von Bemalung (Freskofragmente) sichtbar. Auch die noch vorhandene Sonnenuhr lässt vermuten, dass diese Kirche ursprünglich mit Darstellungen und Ornamenten aussen verziert war. Heute ist die Kirche gelb gestrichen.
Es finden sich an der Kirchenmauer noch ins Mauerwerk eingelassene Grabsteine. Kreuz und Mater dolorosa-Statue sind ebenfalls Zeugen für den ehemaligen Friedhof rund um die Kirche wie die teilweise noch vorhandene Einfriedungsmauer. In dieser findet man weitere Grabsteine – allesamt aus dem 19. Jahrhundert.

Drei Mal am Tag (um 7, um 12 und 19 Uhr) läutet eine Glocke und erinnert an das Gebet.

Rundgang in der Kirche

Die Pfarrkirche weist verschiedene Stilrichtungen auf.
Der gesamte Marmorboden wurde 1977 aus der „Alten Sakristei“ des Stiftes
Rein nach St. Stefan übertragen.

Chor (im allgemeinen Sprachgebrauch “Altarraum”)
Der Chor ist zweijochig gotisch, das Westjoch hat ein gotisches Kreuzrippengewölbe aus dem 14. Jhdt, der runde Schlussstein zeigt ein Blattornament. Das Ostjoch ist mit einer Ringtonne versehen, der Chorschluss innen gerundet, der Fronbogen ist rundbogig und leicht eingezogen. Das Fronbogenkreuz stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Der Hochaltar entstand 1803, das Altarbild – „der Hl. Stephanus“ – stammt aus dem Jahre 1678 (Künstler nicht bekannt). Es zeigt die Steinigung, wie Stephanus nach Christi_Himmelfahrt_2013_02oben blickt und nimmt bezug auf Apostelgeschichte 7,56, wo Stephanus ruft: “Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.” Auf diesem Bild selbst sind Engel, die den Märtyrerkranz halten. Die heilige Dreifaltigkeit über Stephanus ist in unserer Kirche also nicht auf dem Bild, sondern über dem Altarbild. Der Künstler hat es hier wohl etwas genauer genommen, denn Stephanus wurde im Text der Apostelgeschichte nach dieser Aussage vor die Stadt zur Steinigung gebracht und dort sagt er: “Herr rechne ihnen diese Sünde nicht an.”
Links neben dem Hochaltar steht eine Statue des Hl. Pankratius, des 3. Pfarrpatrons, rechts die Statue des beliebten Volksheiligen Florian. Auf den Fensterscheiben ist links der Hl. Apostel Petrus (mit erhobener Hand) und rechts der Hl. Paulus (mit Schwert) zu sehen. Die Kirchenfenster erhielten im Barock ihre Form, die Fensterbilder wurden im Jahre 1905 von Ferdinand Koller angefertigt.
Der Taufstein (um 1700) steht links neben dem Hochaltar

Das Langhaus entstand durch Hinaussetzung der Aussenmauern 1650 und ist dreijochig mit einem Kreuzgratgewölbe. Die Hängeleuchter aus Glas stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die beiden Seitenaltäre stammen aus dem Jahre 1809.
Maria wird in unserer Kirche besonders vereht. Der linke Seitenaltar ist der Marienaltar mit Verkündigungsszene im Altarbild  (in der Art des Matthias Schiffer)  und mit den Statuen des Johannes des Täufers links und  des Heiligen Josef rechts.  Zu dieser Seite (volkstümlich auch “Frauenseite” genannt) gehört auch die “Pieta”-Statue (18. Jahrhundert) in der Hälfte des Kirchenschiffes auf einem Sockel.
Die rechte Seite ist dem 2. Pfarrpatron, dem Hl. Donatus, gewidmet und daher ist er am Altarbild (1809) des Seitenaltars zu sehen und als Statue (in Art des Jakob Peyer kurz vor 1700) auf einem Sockel in der Hälfte des Kirchenschiffes. Links neben dem Altar befindet sich eine Statue des Hl. Sebastian und rechts des Hl. Rochus.
Die Empore besteht aus einem Kreuzgratgewölbe auf Rundsäulen mit vorgezogener, geschwungener Holzbrüstung.
Die Orgel wurde 1885 von Carl Billich errichtet.

Die alte Sakristei (rechts) mit dem Kreuzrippengewölbe hat auch ein gotisches Westportal. Über die neue Sakristei ist bautechnisch (noch) nichts dokumentiert. Beide verfügen über ein Obergeschoss. Im Obergeschoss der neuen Sakristei sind die Solarthermik-Wärmespeicher.
Südlich des Turms wurde an die Kirche eine von aussen zugängliche Donatuskapelle angebaut (vor 1750), die mehrfach umgebaut bzw. umgewandelt wurde und zuletzt von aussen verschlossen wurde und von innen zugänglich gemacht wurde und somit Teil der Kirche geworden ist. Dort befindet sich u.a. der Beichtstuhl und ein modernes Glasfenster.

 

Quellen:
C.J. Brandtner: Geschichte der Pfarre

Kirchenrenovierung

Der äußere Zustand der Gratkorner Kirche gibt inzwischen Anlass zur Sorge. Der Putz bröckelt, Bereiche des Fundamentes sind stark durchfeuchtet – es besteht Handlungsbedarf. Eine umfassende Sanierung würde laut vorliegendem Kostenvoranschlag EUR 360.000,- kosten. Für die Pfarre wäre der Zweitdrittelanteil damit EUR 240.000,-, den es zu finanzieren gilt.

Viele kleine Initiativen gab und gibt es – daher eine Information über den Spendenstand:

Spendenstand per 31.12.2014 1.748,74
Ergebnis des Pfarrfestes 2015 4.307,11
Spenden im Jahr 2015 4.070,00
Spendenstand per 31.12.2015 10.125,85
Sparbuch der Pfarre 7.729,08
Derzeit gesamt verfügbar 17.854,93

Stand Jänner 2016